Wenn du mit Reizdarm oder SIBO lebst, kennst du das Spiel. Erst fällt ein Lebensmittel weg, dann das nächste, und irgendwann ist deine Liste der erlaubten Speisen so kurz, dass Einkaufen zur Qual wird. Du isst nicht mehr, was dir schmeckt, sondern was am wenigsten Schaden anrichtet.
Da will ich ansetzen. Hey, ich bin Steffi, Heilpraktikerin für Darmgesundheit, deutschlandweit per Zoom. Und ich gebe meinen Frauen bewusst keine Verbotsliste. Warum, das erkläre ich dir hier.
Die strenge SIBO-Diät ist überbewertet
Jahrelang galt die strenge Diät als Königsweg bei SIBO. Kein Zucker, keine FODMAPs, am besten gar nichts, was schmeckt. Aus meiner Praxis und aus der Forschung weiß ich inzwischen: Sie ist selten der entscheidende Hebel.
Eine Diät kann Beschwerden für eine Weile dämpfen. Das fühlt sich zuerst nach Fortschritt an. An der eigentlichen Ursache ändert sie jedoch nichts. Die Bakterien im Dünndarm sitzen weiter dort, wo sie nicht hingehören, und sobald du wieder normaler isst, ist der Blähbauch zurück.
Für Frauen, die ohnehin kaum noch etwas vertragen, wird die Diät zur täglichen Belastung. Das Essen, das eigentlich Kraft geben soll, wird zum Feindbild.
Was Verzicht mit dir macht
Eine lange Verbotsliste kostet mehr als Genuss. Sie kostet Nährstoffe, weil immer mehr wegfällt. Sie kostet Nerven, weil jede Mahlzeit zur Rechenaufgabe wird. Und sie kostet Lebensfreude, weil Essengehen, Feiern und Spontanität leise aus deinem Alltag verschwinden.
Dazu kommt ein oft übersehener Punkt. Ständige Anspannung rund ums Essen hält dein Nervensystem im Alarmmodus. In diesem Zustand fährt die Verdauung herunter. Der Druck, alles richtig zu machen, kann die Beschwerden also sogar mit befeuern.
Was ich stattdessen mache
Iss, was du gut verträgst. Deine Ernährung sichert dir Kraft und Nährstoffe. Den eigentlichen Umbau übernehmen wir an anderer Stelle, gezielt und passend zu dem, was bei dir dahintersteckt.
Das heißt nicht, dass Ernährung egal wäre. Es heißt, dass sie nicht die ganze Last tragen muss. Wenn die Ursache angegangen wird, weitet sich deine verträgliche Liste oft von ganz allein wieder aus, statt immer kürzer zu werden.
Mein Leitsatz lautet: so einfach wie möglich und so individuell wie nötig. Eine starre Liste, die für alle gilt, passt in dieses Bild nicht.
Erkennst du dich wieder?
- ✓Deine Liste der verträglichen Lebensmittel wird immer kürzer.
- ✓Du isst aus Angst vor Beschwerden, nicht aus Appetit.
- ✓Restaurantbesuche fühlen sich an wie eine Prüfung.
- ✓Du hast das Gefühl, alles falsch zu machen, egal was du isst.
Wenn du hier nickst, dann arbeitest du dich an der falschen Stelle ab. Immer strengerer Verzicht ist nicht die Lösung, er hält dich nur fest.
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Blähbauch-Check startenDu darfst dich nicht auch noch quälen
Verzicht ist bereits ein voller Alltag, und du machst das seit Jahren. Was du wirklich brauchst, ist keine noch strengere Liste, sondern jemand, der mit dir nach der Ursache sucht.
Ein Heilversprechen darf ich dir nicht geben. Aber ich sehe immer wieder, dass Frauen aufatmen, sobald der Druck vom Teller genommen wird und der Blick sich auf das Eigentliche richtet.
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