Bauchgefühl – Steffi Brisch, Heilpraktikerin für Darmgesundheit

Wissen rund ums Fastenwandern

Einlauf beim Fasten: So machst du ihn ganz einfach selbst (und es ist halb so wild, wie du denkst)

Frau sitzt entspannt auf der Toilette nach einem Einlauf beim Fasten
Ein Einlauf beim Fasten ist halb so wild. Eine halbe Stunde Ruhe im Badezimmer genügt.
Kurz gesagt

Ein Beutel mit warmem Wasser, ein ruhiges Badezimmer und eine halbe Stunde Zeit für dich: Mehr braucht es nicht. Über einen dünnen Schlauch fließt körperwarmes Wasser in den unteren Dickdarm, weicht dort Stuhlreste auf und regt den Darm sanft an, sich zu entleeren. Einen Einlauf beim Fasten kannst du ganz einfach selber machen, zu Hause, zum Start deiner Fastenzeit oder an den Tagen danach. Wie viel Wasser du brauchst, wie lange du es hältst und welche Position am besten klappt, erfährst du Schritt für Schritt weiter unten. Und keine Sorge: Beim ersten Mal ist so gut wie jede ein bisschen aufgeregt, beim zweiten Mal ist es schon fast Routine.

Was ist ein Einlauf?

Bei einem Einlauf fließt Flüssigkeit über den After in den Darm, meist ganz einfaches, körperwarmes Wasser. Dafür nutzt du einen Irrigator: einen Beutel oder Behälter mit Schlauch und einem weichen Darmrohr am Ende. Die Schwerkraft erledigt den Rest. Das Wasser läuft langsam in den unteren Dickdarm, bleibt dort ein paar Minuten und nimmt anschließend auf der Toilette mit, was sich gelöst hat.

Irrigator mit Schlauch, Klemme und Darmrohr für einen Einlauf beim Fasten
Ein Irrigator: Behälter mit Schlauch, Klemme und weichem Darmrohr. Die Schwerkraft erledigt den Rest.

Vielleicht kennst du auch den Begriff Klistier. Er wird oft gleichbedeutend verwendet, meint aber eigentlich die kleine Variante: wenig Flüssigkeit, verabreicht mit einer Ballonspritze oder einer Fertigtube aus der Apotheke. Beim Fasten nimmst du mehr Wasser, und dafür ist der Einlauf mit dem Irrigator die bessere Wahl.

Eine kurze Geschichte des Einlaufs

Er ist älter als die meisten Heilmittel, die wir heute kennen. Schon im alten Ägypten wurde er beschrieben, und der Legende nach haben die Ägypter ihn sich beim Ibis abgeschaut: Der Vogel soll sich mit seinem langen Schnabel Wasser in den eigenen Hintern gespritzt haben. Ob das stimmt, bleibt das Geheimnis des Ibis.

Auch Hippokrates, der berühmteste Arzt der Antike, empfahl Einläufe. Im Frankreich des 17. Jahrhunderts wurde das Klistier sogar zur Modeerscheinung am Königshof. Ludwig XIV. soll Hunderte davon bekommen haben, und der Dichter Molière machte sich in seinen Komödien genüsslich darüber lustig.

Ins Fasten kam der Einlauf über die Naturheilkunde. Der Arzt Otto Buchinger machte ihn Anfang des 20. Jahrhunderts zu einem festen Bestandteil des Heilfastens, und dort hat er seinen Platz bis heute.

Wie wirkt ein Einlauf?

Sobald das Wasser im Darm ankommt, dehnt es die Darmwand ein wenig. Dein Darm versteht das als Signal: Hier ist etwas, das raus will. Er zieht sich wellenartig zusammen, und es entsteht ein kräftiger Drang zur Toilette. Gleichzeitig weicht das warme Wasser Stuhlreste auf, sodass sie leichter abgehen.

Dabei erreicht das Wasser vor allem den letzten Abschnitt des Dickdarms. Glaubersalz dagegen wirkt auf dem ganzen Weg durch den Darm. Dafür ist der Einlauf deutlich sanfter: Er zieht kein Wasser aus deinem Körper, und dein Salzhaushalt bleibt weitgehend unberührt.

Warum macht man beim Fasten einen Einlauf?

Sobald du fastest, bekommt dein Darm keine feste Nahrung mehr und schaltet einen Gang zurück. Leer ist er deshalb trotzdem nicht. Auch ohne Essen bildet dein Körper weiter Verdauungssäfte, Schleim und abgestoßene Zellen der Darmschleimhaut, die sich im Darm sammeln. Weil der Nachschub fehlt, der sie normalerweise weiterschiebt, bleiben diese Reste dann einfach liegen. Viele Fastende haben während der Fastentage deshalb kaum oder gar keinen Stuhlgang.

Ein Einlauf hilft dem Darm, sich trotzdem regelmäßig zu leeren. Deshalb gehört er seit Otto Buchinger zum klassischen Heilfasten dazu, als sanfte Form der Darmreinigung. Viele Fastende erleben das so:

  • Der Bauch fühlt sich leicht an. Druck, Völlegefühl und Blähungen lassen spürbar nach. Gerade beim Fastenwandern ist das angenehm, denn mit einem leeren Bauch läuft es sich einfach besser.
  • Der Hunger wird leiser. Solange sich noch etwas im Darm bewegt, meldet sich oft der Appetit. Ist der Darm leer, kommt der Körper meist schneller im Fastenmodus an.
  • Du fühlst dich frischer. Nach naturheilkundlichem Verständnis unterstützt die regelmäßige Darmentleerung den Körper dabei, sich auf das Fasten einzustellen. Viele berichten, dass sie sich nach einem Einlauf klarer und wacher fühlen.

Ein Muss ist er trotzdem nicht. Manche Fastende kommen ganz ohne aus, andere möchten ihn nach dem ersten Versuch nicht mehr missen. Probier aus, was dir guttut.

Wie macht man einen Einlauf selbst?

Einen Einlauf selber machen klingt beim ersten Lesen nach einer Herausforderung. Im Grunde ist es aber ganz einfach: ein bisschen Vorbereitung, eine bequeme Position und etwas Geduld. Nimm dir beim ersten Mal eine halbe Stunde Zeit, sorge für ein warmes Badezimmer, und schließ die Tür ab.

Was brauche ich?

  • einen Irrigator mit Schlauch, Klemme und Darmrohr, gibt es in der Apotheke oder online
  • etwas Vaseline oder ein gutes Speiseöl, damit das Darmrohr leicht hineingleitet
  • körperwarmes Wasser
  • ein Badethermometer oder dein Handgelenk zum Fühlen
  • ein großes Handtuch und eventuell eine wasserdichte Unterlage
  • einen Haken oder eine Türklinke zum Aufhängen des Beutels, bei einem Behälter einen erhöhten Platz zum Abstellen
  • ein Kissen für deinen Kopf

Wie viel Wasser für einen Einlauf?

Für einen Einlauf beim Fasten nimmst du einen halben bis einen Liter Wasser. Beim ersten Mal reicht ein halber Liter völlig, so lernst du in Ruhe kennen, wie sich das anfühlt. Mit etwas Übung kannst du die Menge nach und nach auf einen Liter steigern.

Das Wasser sollte Körpertemperatur haben, also etwa 37 bis 38 Grad. Zu kaltes Wasser kann Krämpfe auslösen, zu heißes reizt die empfindliche Darmschleimhaut. Ohne Thermometer hilft der Babyflaschen-Test: Ein paar Tropfen auf der Innenseite deines Handgelenks sollten sich angenehm warm anfühlen, kaum spürbar.

Anleitung: Schritt für Schritt

  1. Wasser einfüllen. Schließ die Klemme am Schlauch und füll den Irrigator mit dem warmen Wasser.
  2. Luft rauslassen. Halte das Darmrohr über das Waschbecken und öffne kurz die Klemme, bis das Wasser ohne Luftblasen fließt. Dann wieder schließen.
  3. Irrigator aufhängen. Häng den Irrigator auf oder stell ihn erhöht ab, etwa 50 bis 80 Zentimeter oberhalb deines Körpers. Je höher er hängt, desto schneller fließt das Wasser.
  4. Position einnehmen. Leg dich auf dein Handtuch, am besten auf die linke Seite mit leicht angezogenen Knien.
  5. Darmrohr einführen. Bestreich die Spitze mit Vaseline oder Öl und führ sie vorsichtig etwa fünf bis sieben Zentimeter ein. Atme dabei ruhig aus, so entspannt sich der Schließmuskel.
  6. Wasser einlaufen lassen. Öffne die Klemme langsam. Spürst du Druck oder ein Ziehen, schließ sie kurz, atme ein paar Mal tief durch und mach dann weiter.
  7. Darmrohr entfernen. Wenn der Beutel leer ist, schließ die Klemme und zieh das Rohr vorsichtig heraus.
  8. Halten und loslassen. Bleib noch ein paar Minuten liegen, dann geht's zur Toilette. Wie lange du das Wasser halten solltest, erfährst du weiter unten.
  9. Aufräumen. Spül Irrigator, Schlauch und Darmrohr mit heißem Wasser durch und lass alles gut trocknen.

Welche Position ist die beste?

  • Linke Seitenlage: Sie ist der Klassiker und für den Anfang am besten geeignet. Der letzte Abschnitt deines Dickdarms liegt auf der linken Körperseite, so kann das Wasser ganz natürlich hineinfließen.
  • Knie-Ellenbogen-Lage: Du kniest dich hin und stützt dich auf die Unterarme, sodass dein Po höher liegt als dein Kopf. In dieser Position fließt das Wasser etwas weiter in den Darm hinein. Elegant ist anders, aber dich sieht ja keiner.
  • Rückenlage mit angezogenen Beinen: Sie ist bequem und eignet sich gut, wenn du beim Halten noch ein paar Minuten liegen bleiben möchtest.

Ein kleiner Trick für Fortgeschrittene: Dreh dich während des Haltens langsam von der linken Seite auf den Rücken und dann auf die rechte Seite. So kann sich das Wasser weiter im Dickdarm verteilen.

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Wie lange muss ich den Einlauf halten?

Ideal sind etwa fünf bis zehn Minuten. In dieser Zeit kann das warme Wasser Stuhlreste gut aufweichen, und dein Darm kommt in Bewegung. Beim ersten Mal schaffen viele aber nur ein, zwei Minuten, bevor der Drang übermächtig wird. Das ist völlig in Ordnung. Mit jedem Einlauf entspannt sich dein Darm etwas mehr, und das Halten fällt dir leichter.

Ein paar Dinge machen das Warten angenehmer:

  • Ruhig atmen. Tiefe, langsame Atemzüge in den Bauch lassen den ersten Druck schnell abklingen.
  • Bauch massieren. Kreise sanft mit der flachen Hand gegen den Uhrzeigersinn über deinen Bauch, das verteilt das Wasser und lenkt dich ab.
  • Liegen bleiben. Aufstehen verstärkt den Drang, also bleib so lange wie möglich auf deinem Handtuch.

Kommt der Drang sehr heftig, geh einfach zur Toilette. Auch nach kurzer Zeit wirkt das Wasser, und Zähne zusammenbeißen bringt hier nichts.

Wie schnell wirkt ein Einlauf?

Ein Einlauf wirkt fast sofort. Meist spürst du den Drang zur Toilette schon, während das Wasser noch einläuft, spätestens aber nach wenigen Minuten. Die eigentliche Entleerung geschieht dann auf der Toilette und kommt oft in zwei oder drei Wellen.

Für das Ganze, vom Wasser einfüllen bis zum Händewaschen, solltest du etwa eine halbe Stunde einplanen. Bleib danach noch eine Weile in der Nähe einer Toilette. Manchmal meldet sich nach 20 oder 30 Minuten ein kleiner Nachzügler.

Wie oft mache ich einen Einlauf beim Fasten?

Während der Fastentage machst du alle ein bis zwei Tage einen Einlauf. Hast du deine Fastenzeit ohne Glaubersalz begonnen, startest du gleich am ersten Fastentag damit.

Wie oft genau, entscheidest du selbst. Fühlst du dich in den ersten Fastentagen nicht ganz wohl, hast Kopfschmerzen oder bist sehr müde, kann ein Einlauf nach naturheilkundlicher Erfahrung guttun. Fühlst du dich leicht und wohl, kann der nächste Einlauf auch einen Tag warten.

Mit dem Fastenbrechen endet die Zeit der Einläufe. Sobald du wieder isst, bringt sich dein Darm in den Aufbautagen ganz von selbst wieder in Schwung. Gib ihm dafür ruhig ein paar Tage Zeit, die erste richtige Verdauung kann etwas auf sich warten lassen.

Der Einlauf ist eine Begleitung für deine Fastenzeit. Er ist nicht dafür gedacht, über Wochen oder Monate regelmäßig angewendet zu werden.

Einlauf morgens oder abends?

Viele mögen ihn am Morgen, weil der Darm dann ohnehin am aktivsten ist und der Tag danach mit einem leichten Bauch beginnt. Plane dann genug Zeit ein, bevor du aus dem Haus musst.

Bist du tagsüber unterwegs, zum Beispiel beim Wandern, passt er auch wunderbar am Nachmittag oder frühen Abend, wenn du wieder zu Hause bist. Lass zwischen Einlauf und Schlafenszeit nur ein, zwei Stunden Luft, damit dich kein Nachzügler aus dem Bett holt.

Einlauf oder Glaubersalz?

Beide sorgen beim Fasten für einen leeren Darm, aber auf ganz unterschiedlichen Wegen. Glaubersalz trinkst du, und es wirkt von oben auf dem ganzen Weg durch den Darm. Der Einlauf kommt von unten und erreicht vor allem den letzten Abschnitt des Dickdarms.

EinlaufGlaubersalz
Wegvon untenvon oben
Reichweiteunterer Dickdarmder ganze Darm
Salzhaushaltbleibt stabilverliert Salze
Einsatzan den Fastentagenzum Fastenstart

Viele Fastende kombinieren beides: Glaubersalz zum Start der Fastenzeit für die gründliche Entleerung, danach Einläufe für die Tage während des Fastens. Alles zu Einnahme, Dosierung und Wirkung findest du auf meiner Seite über Glaubersalz beim Fasten.

Wann ist ein Einlauf statt Glaubersalz die bessere Wahl?

Ein Einlauf statt Glaubersalz ist sinnvoll, wenn du:

  • Glaubersalz partout nicht runterbekommst oder dir davon übel wird
  • Bluthochdruck, Herzprobleme oder eine eingeschränkte Nierenfunktion hast
  • zu niedrigem Blutdruck oder Kreislaufproblemen neigst
  • einen empfindlichen Darm hast, der auf Glaubersalz sehr heftig reagiert
  • am ersten Fastentag nicht stundenlang in der Nähe einer Toilette bleiben kannst

Und wenn dir weder das eine noch das andere zusagt? Dann kann eine Colon-Hydro-Therapie eine Möglichkeit sein. Diese Darmreinigung in der Praxis reicht weiter in den Darm hinein als ein Einlauf, und ich biete sie in meiner Naturheilpraxis Bauchgefühl in Potsdam selbst an.

Tipps für deinen ersten Einlauf

Der erste Einlauf ist für viele mehr Kopfsache als alles andere. Mit diesen Tipps wird er deutlich entspannter:

  • Mach es dir gemütlich. Ein warmes Badezimmer, ein weiches Handtuch und ein Kissen unter dem Kopf machen einen großen Unterschied. Wer mag, lässt leise Musik oder einen Podcast laufen.
  • Plane ohne Zeitdruck. Zwischen Tür und Angel geht es fast immer schief. Wähle einen Moment, in dem dich niemand braucht und keiner an die Badezimmertür klopft.
  • Sei großzügig mit der Vaseline. Je besser das Darmrohr gleitet, desto weniger spürst du es.
  • Trink danach etwas. Ein großes Glas Wasser oder eine Tasse Kräutertee tut gut.
  • Gönn dir eine Ruhepause. Leg dich danach mit einer Wärmflasche oder einem Leberwickel für eine halbe Stunde hin. Danach fühlst du dich leichter, und du hast dir die Pause verdient.

Hat ein Einlauf Nebenwirkungen?

Ein Einlauf mit warmem Wasser gilt als sanfte Methode. Ein paar Nebenwirkungen können trotzdem auftreten, die meisten sind harmlos und schnell vorbei.

  • Ziehen und leichte Krämpfe entstehen, wenn das Wasser zu schnell, zu kalt oder in zu großer Menge einläuft. Schließ dann kurz die Klemme, atme tief durch und häng den Beutel etwas tiefer.
  • Druck und Blähungen kommen meist von Luft im Schlauch. Lass deshalb vor dem Einführen immer erst etwas Wasser durchlaufen, bis keine Bläschen mehr zu sehen sind.
  • Ein flaues Gefühl oder leichter Schwindel kann vorkommen, wenn sich der Darm kräftig entleert. Bleib nach der Toilette noch einen Moment sitzen und steh langsam auf.
  • Gereizte Haut am After brennt vor allem nach mehreren Einläufen. Etwas Vaseline oder eine pflegende Creme schützt die empfindliche Haut.
  • Ein paar Tropfen Blut können bei Hämorrhoiden oder einem kleinen Einriss vorkommen, wenn das Darmrohr zu schnell eingeführt wird. Geh deshalb immer langsam und mit genug Gleitmittel vor.

Wie lange dauert der Durchfall nach einem Einlauf?

Echten Durchfall verursacht ein Einlauf normalerweise nicht. Was danach kommt, ist das Wasser, das noch im Darm war. Die meisten sind nach einer halben bis einer Stunde durch, manchmal meldet sich noch ein kleiner Nachzügler. Hält der flüssige Stuhl länger als einen Tag an, steckt wahrscheinlich etwas anderes dahinter.

Wann solltest du keinen Einlauf machen?

So sanft ein Einlauf ist, manchmal ist er keine gute Idee. Bitte verzichte darauf bei:

  • Schwangerschaft
  • unklaren Bauchschmerzen, die noch nicht ärztlich abgeklärt sind
  • Blut im Stuhl oder Blutungen aus dem After, deren Ursache du nicht kennst
  • Darmverschluss oder chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa
  • einer Divertikulitis
  • akuten Hämorrhoiden, Analfissuren oder Analfisteln
  • einer Operation am Darm oder im Bauchraum in den letzten Monaten
  • schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Trifft einer dieser Punkte auf dich zu, heißt das noch lange nicht, dass Fasten für dich tabu ist. Bist du unsicher, sprich bitte vorher mit deinem Arzt oder Heilpraktiker.

Dieser Text ersetzt keine Diagnose oder Behandlung.

Häufige Fragen zum Einlauf

Gibt es den Einlauf in der Apotheke?

Ja, frag dort nach einem Irrigator oder Einlaufset. Du bekommst ihn auch im Sanitätshaus und online, meist für 10 bis 20 Euro. Achte darauf, dass du kein Mini-Klistier in die Hand gedrückt bekommst: Diese kleinen Fertigtuben enthalten oft abführende Zusätze und sind fürs Fasten nicht gedacht. Ein Irrigator hält viele Fastenzeiten und gehört nur dir allein, ganz wie deine Zahnbürste.

Wie reinige ich den Irrigator?

Spül Beutel, Schlauch und Darmrohr direkt nach jedem Einlauf gründlich mit heißem Wasser durch, gern mit einem Tropfen milder Seife. Danach klar nachspülen und alles aufgehängt gut trocknen lassen, damit sich keine Feuchtigkeit im Schlauch hält. Das Darmrohr kannst du hin und wieder kurz in heißes Wasser legen. Wird der Schlauch spröde oder trüb, gönn dir ein neues Set.

Was tun, wenn das Wasser nicht reinläuft?

Prüf zuerst, ob die Klemme ganz geöffnet ist und der Schlauch nirgends abknickt. Häng den Beutel etwas höher, dann fließt das Wasser mit mehr Schwung. Manchmal liegt die Spitze des Darmrohrs an der Darmwand an: Zieh es ein kleines Stück zurück oder dreh es leicht. Und atme ruhig weiter, ein angespannter Schließmuskel bremst das Wasser oft stärker als alles andere.

Kann ich Kamillentee statt Wasser nehmen?

Ja, das geht gut. Kamillentee gilt in der Naturheilkunde als besonders mild und beruhigend für den Darm. Brüh ihn wie gewohnt auf, lass ihn auf Körpertemperatur abkühlen und gieß ihn durch ein feines Sieb, damit keine Blütenreste den Schlauch verstopfen. Andere Zusätze wie Salz, Seife oder Kaffee haben im Einlauf beim Fasten nichts verloren.

Was deine Fastenwoche noch unterstützt

Der Einlauf ist nur ein Baustein. Diese sanften Begleiter tun deinem Körper in der Fastenwoche zusätzlich gut.

  • Glaubersalz: Das klassische Mittel zur Darmentleerung am Fastenstart, mit Dosierung und sanften Alternativen.
  • Leberwickel: Die warme, feuchte Auflage auf dem rechten Oberbauch, die vielen nach dem Einlauf besonders guttut.
  • Basenbad: Ein warmes Basenbad am Abend entspannt die Muskeln nach dem Wandern und wärmt dich von außen.
  • Trockenbürsten: Ein paar Minuten Bürstenmassage vor dem Duschen bringen deinen Kreislauf sanft in Schwung.
  • Viel trinken: Stilles Wasser und milde Kräutertees begleiten dich durch den Tag und halten dich warm.
  • Colon-Hydro-Therapie: Eine sanfte Darmreinigung in der Praxis, die weiter in den Darm reicht als ein Einlauf.
  • Bewegung an der frischen Luft: Dafür ist das Fastenwandern da: in Bewegung bleiben, ohne dich zu verausgaben.
  • Ruhe und guter Schlaf: Dein Körper stellt in der Fastenwoche viel um, gönn ihm bewusst seine Pausen.
Steffi Brisch, Heilpraktikerin für Darmgesundheit und Fastenleiterin aus Potsdam
Über die Autorin

Steffi Brisch

Heilpraktikerin für Darmgesundheit und ärztlich geprüfte Fastenleiterin

In meiner Naturheilpraxis Bauchgefühl in Potsdam dreht sich alles um eine gesunde Verdauung. Beim Fastenwandern nehme ich kleine Gruppen mit in die Wälder rund um Potsdam und zeige ihnen, wie leicht sich Fasten anfühlen kann, wenn man gut vorbereitet ist.

Fastenwandern

Fasten, wandern, ankommen

Du wanderst in kleiner Gruppe durch Potsdams stille Wälder, Waldboden unter den Füßen, Nebel zwischen den Kiefern. Eine begleitete Fastenwanderwoche, in der du Schritt für Schritt bei dir ankommst. Die Teilnehmeranzahl ist begrenzt.